Das gefährlichste Landlebewesen Afrikas (Vorsicht Blut!)

In Tansania gibt es das gefährlichste Landlebewesen Afrikas an jeder Ecke. Letzte Woche hat es wieder zugeschlagen. Da muss man aufpassen.  Bei einer kleineren Meinungsverschiedenheit auf dem Reisfeld, zückte eine Frau ihre Sichel und zog sie ihrer Kontrahentin mehrfach kräftig durchs Gesicht.

Schnittwunde

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Die glatten Schnittkanten waren schnell wieder zusammengenäht, aber der Riss in der Beziehung der beiden Frauen ist wohl tiefer, als dass chirurgisches Nahtmaterial da etwas ausrichten könnte.

Immer wieder bekommen wir im Krankenhaus Patienten mit gefährlichen Hieb- oder Stichverletzungen, die scheinbar hemmungslose Menschen einander mit Macheten, Messern oder Knüppeln zufügen. Heute fragte die Polizei an, ob einer unserer Ärzte mit ihnen in einem Dorf eine Leichenschau durchführen könne. Jemand war so zugerichtet worden, dass er es gar nicht mehr bis ins Krankenhaus geschafft hat.

Ein bisschen mehr Nächstenliebe und Barmherzigkeit und Respekt vor dem Leben des Anderen wäre wohl angebracht. Aber wo soll das herkommen in einer Gesellschaft, in der die christlichen Einflüsse keine 100 Jahre alt sind?

Wir Missionsärzte haben deshalb immer versucht, nicht nur medizinische Hilfe zu bringen, sondern auch die Wurzel der Probleme anzugehen. Die christliche Botschaft eines menschenliebenden Gottes, der Vergebung möglich macht, ist wie nichts anderes geeignet, echte Veränderung zu bringen.

Weil wir jetzt weggehen, überwiegt bei unseren Patienten die Sorge, was werden wird, wenn keine Missionsärzte mehr da sind. Selbst Krankenhausmitarbeiter sagen: Wir haben Angst, wenn ihr geht, weil ihr wirklich ein Interesse an den Patienten habt. Wir Afrikaner kümmern uns nicht so wie ihr Weißen.

Ihre Sorge ist berechtigt, aber es liegt nicht an unserer Hautfarbe. Denn es gibt viele weiße Menschen, die sich einen Dreck um andere scheren, Flüchtlingsheime anzünden oder in feinster kapitalistischer Manier den eigenen Profit vor das Wohl anderer stellen. Und wer weiß, wie viele Menschen wir ‚Weißen‘ durch Politik oder allein durch unser Konsumverhalten auf dem Gewissen haben?

Der Grund warum wir Missionsärzte anders sind, hat weniger mit unserer Hautfarbe, sondern mehr damit zu tun, dass wir dem Auftrag Jesu folgen.

Das kann man mit jeglicher Hautfarbe. Einfach Jesus ernst nehmen, der gesagt hat, wir sollen den Anderen so behandeln, wie wir selber gerne behandelt werden möchten. Diese Formel ist in jeder Kultur anwendbar – ohne Übersetzung und ohne sie zu zerstören. Und selbst wenn man mit Gott gar nichts am Hut hat, würde man die positiven Effekte solch eines Verhaltens nicht bestreiten. Wir wissen alle wie es geht – nur tun müsste man es noch.

Das ist unsere Hoffnung für Mbesa auch wenn wir weg sind. Dass sich Einzelne von Gott verändern lassen und dann aus Ehrfurcht vor ihm, ihre Mitmenschen so behandeln, wie sie sich das für sich selber oder ihre engsten Verwandten wünschen würden.  In Mbesa ist sicherlich viel Luft nach oben, aber es hängt definitiv nicht an uns Weißen. Es ist immer der Einzelne, der in der konkreten Situation den Unterschied machen wird.

Wir waren in Tansania, um Jesu Botschaft in Wort und Tat zu verbreiten. Es hat sich gelohnt. Wir haben vielen Menschen geholfen und die Gute Nachricht gesät. Wir sind gespannt, welche von den Samen wann und bei wem aufgehen und Früchte tragen werden – sei es bei der Patientenversorgung im Krankenhaus, oder bei Streitigkeiten auf dem Reisfeld.

 

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