Mtoto wa Africa – bio oder dynamisch?

Wenn man keine Hipp-, Alete- oder Babylove-Gläschen zur Verfügung hat, weiß man als zivilisierter Mitteleuropäer so ohne weiteres gar nicht, was man seinem Kleinkind zu essen geben soll. In Mbesa müssen wir die Kindernahrung natürlich selber kochen. Back to the roots. In Deutschland war unsere Liebe zum Einfachen und Ursprünglichen immer von einem bequemen Pragmatismus in Schach gehalten worden.

Sanel lernte schnell die Nachteile von Selbstgekochtem kennen. Er wusste gar nicht, wie er die von uns hergestellte Baby-Nahrung runterkriegen sollte. Anfangs hat er ziemlich würgen müssen. So lernt auch unser Kleinster schon Verzicht.

Mittlerweile kriegen wir ihn gut satt. Den anrührbaren Brei, den wir mitgenommen haben, strecken wir mit im Mixer gemahlenen Haferflocken. Dazu mischen wir Papaya und Bananen. Dieses Mus schmeckt ihm ganz gut. Wahrscheinlich wird er bald für die Vorzüge von nicht prozessiertem Essen schwärmen. Das Obst ist natürlich total Bio, allerdings aus unkontrolliertem Anbau (wächst halt einfach irgendwo). Ob unsere Früchte auch das Label ‚dynamisch‘ bekommen würden, wissen wir nicht. Aber wahrscheinlich lässt Gott dass alles schon ziemlich dynamisch wachsen.

Damit ist sichergestellt, dass Sanel genug zu beißen (bzw. im Moment zu schlucken) hat. Unsere Hausangestellte hat ihm auch schon sehr erfolgreich Uji, das tansanische Standardfrühstück aus aufgekochtem Maismehl, gefüttert. Da sie ihn auch immer wieder auf ihren Rücken bindet, ist Sanel kulturell der mit Abstand am besten integrierteste unserer Familie. Mtoto wa Africa – ein afrikanisches Kind.

Ausländerkind - keine Berührungsängste

Sanel begreift Afrika mit allen Sinnen

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