Pole sana, Mama.

Wir sind mittlerweile in Mbesa angekommen und fangen an, wieder Wurzeln zu schlagen. Das Nomadenleben hat endlich ein Ende und es tut gut, sich hier richtig niederzulassen. Nach dem Einrichten unseres Häuschens haben wir die letzten zwei Wochen nochmal voll ins Sprachelernen investiert. Parallel dazu bin ich schon bei den Visiten auf der Männerstation mitgelaufen, um mich langsam in die Gegebenheiten hier hineinzufinden. Vorgestern war mein erster richtiger Arbeitstag im Krankenhaus. Die Sprachbarriere ist noch gross und das Krankheitsspektrum und die Behandlungsmöglichkeiten gewöhnungsbedürftig. Ich werde eine steile Lernkurve hinlegen müssen. Nach fast 10 Monaten ohne regelmässige Arbeit im Krankenhaus kann jetzt der Alltag wieder beginnen.

Das bedeutet hier natürlich etwas ganz anderes als in Deutschland. Mein Kollege in der Ambulanz meinte am ersten Tag, ich solle mir mal ein zweijähriges Kind anschauen, das von seiner besorgten Mutter gebracht wurde. Die Sorge der Mutter wich schnell der Trauer, denn das Kind war schon tot. Sie hat das Kind dann wieder auf den Rücken gebunden und ist gegangen. Ein kurzes „Pole sana, Mama“ war leider die einzige Trauerarbeit, die wir leisten konnten. Da fühlt man sich irgendwie fehl am Platz. Der Alltag hat begonnen.

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